Translokale Region Bitterfeld

Was wäre, wenn man die geschrumpfte Region Bitterfeld als Mittelpunkt eines  die ganze Welt umspannenden Netzwerks aus Migrations- und Wirtschaftsbeziehungen verstehen würde? Bitterfeld wäre dann Teil einer Region an vielen Orten, die sich nicht durch räumliche Nähe, sondern durch funktionale Verknüpfungen definiert.

Im Auftrag der Stiftung Bauhaus hat urbanista im Rahmen des Projekts “shrinking cities” 2005 eine experimentelle Studie für die Region Bitterfeld erarbeitet: eine Regionalisierungsstrategie, die nicht Nachbarschaft zur Grundlage der Region macht, sondern Bezüge, die sich aus den neuen ökonomischen Vernetzungen und den Migrationsnetzen ergeben.

Denn zwar ist Bitterfeld eine von Schrumpfung betroffene Stadt. Wenn man aber davon ausgeht, dass die weggezogene Bitterfelder Bevölkerung immer noch mit ihrer Heimat verbunden ist, dann hat sich Bitterfeld vielleicht nur in den Raum verteilt. Ebenso ist die Wirtschaft nicht weggebrochen – Bitterfeld ist nur in größerräumliche Kontexte eingebunden. Mit Leverkusen hat die Stadt, die immerhin Standort eines großen Bayer-Werks ist, vielleicht mehr gemeinsam als mit Wolfen, der Stadt in unmittelbarer Nachbarschaft.

Welche ökonomischen Möglichkeiten hätte Bitterfeld als “translokale Region” – als Stadt an vielen Orten? Welche Rücktransfer-Mechanismen würden sich bieten, welche neuen Synergien zwischen den verteilten “Satelliten” der Industriestadt an der Goitzsche?

Der Studie folgte ein spielerischer Ausstellungsbeitrag mit Alltagsgegenständen aus der translokalen Region, der die Auswirkungen dieser neuen Sicht von Raum auch auf das Alltagserlebnis und die Raumidentität Bitterfelds deutlich machte.

»Translokale Region Bitterfeld als Flash-Präsentation

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